Freitag, März 24, 2006

Globale Erwärmung

Gleich mal als Beispiel das Buch "State of Fear". Wer es gelesen hat, zweifelt möglicherweise gehörig daran, dass es so etwas wie Globale Erwärmung gibt.

Für mich stellen sich spontan folgende Fragen:
  • Gibt es globale Erwärmung überhaupt? Wenn ja, ist sie durch den Menschen verursacht?
  • Wann war das erste Mal von Globaler Erwärmung die Rede?
  • Welche Fakten (nicht Computersimulationen, sondern messbare, nachvollziehbare Fakten) gibt es dazu?
  • Wenn nicht, zwingt uns das innerhalb einer Generation alle Brennstoffe zu verheizen, die auf der Erde in 100 Millionen Jahren entstanden sind?
  • Gibt es irgendeinen Punkt auf der Erde, an dem nachweislich der Meeresspiegel in den letzten hundert Jahren angestiegen ist?
  • Wie kann/könnte man den Anstieg überhaupt messen?

cui bono?

  • Wer profitiert von der Angst?
  • Wem schadet die Angst?
  • Wer würde von der Tatsache ("es gibt Globale Erwärmung") profitieren?
  • Wem würde die Gobale Erwärmung schaden?

also:

was ist zu tun?

Meine Antwort zur Zeit: solange ich nicht weiß, was los ist, verfalle ich nicht in Panik, versuche aber meinen Anteil an der vermeintlichen Erwärmung möglichst gering zu halten. Ausserdem möchte ich gerne harte Fakten (keine Mutmassungen) sammeln. (Hat sich etwas erwärmt, ist etwas gestiegen, welche Messmethodn werden verwendet, sind die "wasserdicht, etc.) damit ich nächstesmal, wenn jemand einen Anstieg des Meeresspiegels von 6 Metern innerhalb der nächsten 95 Jahre postuliert, einordnen kann, ob das Panikmache oder etwas Vernünftiges ist.

4 Comments:

Anonymous said...

Hallo,
ich bin gerade über deinen Blog gestolpert. Dabei ist mir dieser Eintrag aufgefallen. Vielleicht kann ich Dir bei deinen Fragen helfen:

1. Ja es gibt eine Erwärmung. In den letzten Hundert Jahren wurde ein Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur um 0,8 °C gemessen. Davon haben allein 0,6 °C in den letzten 30 Jahren stattgefunden. In diesem Zeitraum hat sich die Erde mit ~ 0,17 °C/Dekade erwärmt. Ich könnte mir gut vorstellen, dass Crichton in seinem Buch auf die Satellitenmessungen hingewiesen hat. Seit August 2005 hat sich diese Problem aber gelöst: Damals wurde ein Fehler in den Daten von UAH gefunden. UAH zeigt jetzt eine Erwärmung von 0,132 °C/Dekade und RSS eine von 0,192 °C/Jahrzehnt. Berücksichtigt man den Unsicherheitsbereich, kommt man auf etwa 0,17 °C als wahrscheinlichsten Wert.
Dass es eine Erwärmung gab und gibt lässt sich aber noch an vielen andeen Dingen beobachten:
- das Meereis in der Arktis schmilzt
- Permafrost taut in der Arktis
- Gletscherschmelze
- Verschiebung von Vegetationszonen (6,2 km pro Jahr)
- Verschiebung der Jahreszeiten
- Erwärmung der Meere
und und und
Diese beobachtete Erwärmung geht zum Großteil auf den Menschen zurück (darüber ist sich die Wissenschaft auch absolut einig, Oreskes 2004) Ein kleiner Teil lässt sich nur über die Solaraktivität erklären. Inden letzten 30 Jahren hat sich die Solaraktivität allerdings kaum geändert (max. 30% Anteil, wahrscheinlich aber eher 10 - 20%), die Temperatur ist aber am schnellsten gestiegen. Nimmt man natürliche und anthropogenen Faktoren, lässt sich die Erwärmung der letzten 100 Jahre sehr gut erklären.
http://www.cgd.ucar.edu/ccr/publications/meehl_additivity.pdf

2. Ist seit Arrhenius bekannt. 1895 sagte er: "Der Anstieg des CO2 wird zukünftigen Menschen erlauben, unter einem wärmeren Himmel zu leben."

3. Wozu genau? Zur Erwärmung? Die unter Punkt 1 aufgeführten Indikatoren sind alle bereits gemssen worden. Die Solaraktivität wird ebenfalls gemessen, genau wie die Konzentration der Treibhausgase.

4. Versteh ich nicht so ganz.

5. Ja klar. Ein paar Beispiele: Amsterdam, Brest, Swinoujscie (baltisches Meer). Im letzten Jahrhundert ist der Meeresspiegel bereits um ~ 18,5 cm gestiegen. Derzeit steig der Meeresspiegel mit 3 cm/Dekade. Das zeigen die Satellitenmessungen (TOPEX).

6. Seit 1992 Jahren mit Satelliten. Davor und heute natürlich auch noch mit einem sog. "tide gauge". Schau Dir einfach mal diesden Link an:
http://en.wikipedia.org/wiki/Image:Recent_Sea_Level_Rise.png

Ein Meeresspielgeanstieg um 6 Meter in den nächsten Hudert Jahren wird von keinem seriösen Wissenschaftler behauptet. Nach dem IPCC wird der Meeresspiegel um max. 0,88 m steigen. Einige neuere Untersuchen lassen auch einen stärkeren Ansteig vermuten, aber keinesfalls in der Region von 6 m. Sollten wir die globale Erwärmung aber nicht bremsen und die Temperaturen um 4 oder gar 5°C steigen, wird es langfristig (mehrere Hundert Jahre) zu einem Anstieg in dieser Größenordnung kommen.

"State in Fear" ist übrigens kein Buch, das man allzuviel Glauben schneken sollte, da es voller Fehler ist und keinesfalls den Stand der Wissenschaft wiederspiegelt (schau mal unter Realclimate.org nach dem Buch).

Ich hoffe, ich konnte Dir bei deinen Fragen weiterhelfen :)
Grüße

16.10.06  
leitartikel said...

Danke für Deine Mühe. Wie gesagt, ich versuche mich so zu verhalten, als 1. fände die globale Erwärmung tatsächlich statt, 2. sei sie durch den Menschen beeinflusst und 3. sei sie insgesamt schädlich.

Aber es könnte ja auch sein, dass uns die Erwärmung, wenn sie denn durch den Menschen beeinflusst wird, vor der nächsten Eiszeit bewahrt? Oder dass der vermehrte CO2-Ausstoß das Wachstum von Wäldern fördert? Die Dinos scheinen es seinerzeit ja ganz lustig gehabt zu haben in Alaska, als die CO2-Konzentration in der Luft erheblich höher war als jetzt.

Die meisten Wissenschftler haben ja doch erheblich Schwierigkeiten, akutelle oder vergangene Fakten zu erklären und einzuordnen, da bin ich bei Prognosen halt generell skeptisch ..

16.10.06  
Anonymous said...

Hi,
dazu auch noch eine kurze Anmerkung.

1. Eiszeit: Das halte ich für unwahrscheinlich. Eine Kaltzeit komt ja nicht von heute auf morgen, sondern, dass sind Prozesse, die mehrere Tausend Jahre in Anspruch nehmen. Die Verweildauer von CO2 und anderen Treibhausgasen in der Atmosphäre ist aber nicht unendlich lang.

2. Diesen CO2-Düngeffekt gibt es tatsächlich. Man muss aber zwei Dinge beachten: Nicht alle Pflanzen reagieren gleich auf eine höhere CO2 Konzentration (C3 und C4 Pflanzen) und andere Faktoren sind ebeso entscheidend für Pflanzenwachstum. Kommte es z.B. zu häufigeren sehr heißen und trockenen Sommern, wirkt dies dem Effekt wieder entgegen. Insgesamt wird der Nettoeffekt wohl bei etwa Null liegen, (ist natürlich regional sehr unterschiedlich).
http://www.pnas.org/cgi/content/full/102/31/10823

In der Artkis sieht es nochmal ganz anderes aus. Hast Du schonmal was vom Borkenkäfer oder von "betrunkenen Wäldern" gehört? Die Arktis ist übrigens die derzeit am stärksten betroffene Region vom Klimawandel (liegt vorallem an der Albedoänderung).

Skepsis ist immer gut - solange sie nicht übertieben ist. Es ist z.B. heute ziemlich gut gesichert, dass eine Verdopllung der CO2 Konzentration (von 280 auf 560 ppm) ein Forcing von 4Watt/qm entspricht, zu einem Temp.Anstieg von etwa 3°C +/- 1°C führt. Die größte Unsicherheit ist derzeit vorallem der Mensch: Wird er viel oder wenig THG in Zukunft produzieren. Deshalb decken die IPCC Prognosen auch eine Spanne von 1,4°C - 5,8°C ab.

Hier übrigens ein Artiekl zu "State of Fear"
http://www.realclimate.org/index.php/archives/2004/12/michael-crichtons-state-of-confusion/

Grüße

16.10.06  
leitartikel said...

Betreibst Du das Thema als Beruf? Ist spannend, sich mit jemandem auszutauschen, der Fakten auftischt.

Eine Frage die mir noch auf den Nägeln brennt: wie kann es sein, dass an einzelnen Orten der Meeresspiegel gestiegen ist und an anderen nicht? Ist ja eigentlich alles miteinander verbunden. Könnte es nicht auch sein, (egal ob der Spiegel nun insgesamt steigt oder fällt oder bleibt) - dass das geänderte Niveau eher an einer Absenkung/Anhebung irgendwelcher Platten liegt? Wird auch die Höhe der Landmassen regelmässig gemessen?

Ach ja, die Gletscher: ist bekannt, ob die in den bisherigen Interglacialzeiten (in einer solchen befinden wir uns doch trotz allem??) komplett verschwunden waren und dann wieder neue aufgebaut wurden, oder blieb da immer ein Rest übrig?

17.10.06  

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